Welche Beschwerden treten bei Adipositas auf?
Ein krankhaftes Übergewicht verursacht in der Regel zunächst keine direkten Schmerzen oder spürbaren Beschwerden. Die Gewichtszunahme entwickelt sich häufig schleichend, sodass lediglich die Zahl auf der Waage steigt, ohne dass direkte körperliche Symptome auftreten. Gesundheitliche Probleme und Begleiterkrankungen treten teilweise erst nach mehreren Jahren auf, wodurch Adipositas häufig unterschätzt wird.
Mit zunehmendem Übergewicht steigt jedoch das Risiko für körperliche Einschränkungen und Begleiterkrankungen. Dazu zählen zunächst eher unspezifische Einschränkungen wie eine verminderte Kondition bei körperlicher Betätigung, Atemnot bei Belastung sowie Gelenk- und Rückenschmerzen im Alltag. Auch ein sozialer Ausschluss durch abwertende Kommentare (Stigmatisierung) kann zu einer psychischen Belastung und in der Folge zu einer zunehmenden sozialen Isolation sowie einem geringen Selbstwertgefühl beitragen.
Langfristig kann Adipositas zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. Im folgenden Schaubild sehen Sie, welche Organe häufig davon betroffen sein können und welche Erkrankungen mit den jeweiligen Organen in Verbindung stehen. Klicken Sie dazu auf die jeweiligen +-Zeichen.
Adipositas kann außerdem das Risiko für Erkrankungen der Gallenblase erhöhen. Diese können zu Entzündungen der Gallenblase und schmerzhaften Koliken führen. Ursache ist eine veränderte Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit: Bei Übergewicht kann der Cholesteringehalt in der Galle steigen und Gallensteine entstehen lassen.
Neben dem erhöhten Risiko für Gallenblasenerkrankungen kommt es bei Adipositas häufig zu erhöhten Harnsäurespiegeln im Blut (Hyperurikämie). Dies begünstigt die Bildung von Harnsäurekristallen, die sich in den Gelenken ablagern und dort Entzündungen verursachen, die als Gicht bezeichnet werden. Typisch hierfür sind plötzliche, starke Gelenkschmerzen, am häufigsten im Großzehe.
Wichtig zu wissen: Sowohl Gallensteine als auch Gicht können auch bei einer starken und schnellen Gewichtsabnahme auftreten. Wenn das Fettgewebe schnell abgebaut wird, verändert sich ebenfalls die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit, wodurch sich leichter Kristalle bilden. Gleichzeitig steigt die Harnsäurekonzentration im Blut an, was Gichtanfälle auslösen kann. Eine schnelle und drastische Gewichtsreduktion sollte daher vermieden werden. Im Modul „Ernährung” erhalten Sie detailliertere Informationen zu Reduktionsdiäten und einer ausgewogenen Ernährung, die für eine sichere und langfristige Gewichtsabnahme empfohlen wird.
Eine weitere wichtige Folgeerkrankung ist das so genannte „metabolische Syndrom“. Dieses Krankheitsbild beschreibt das gleichzeitige Auftreten mehrerer Risikofaktoren und Einzelerkrankungen, die eng mit Adipositas verbunden sind. Dazu gehören vor allem der erhöhte Bauchumfang, Bluthochdruck sowie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte. In Modul „Begleit- und Folgeerkrankungen“ erhalten Sie detailliertere Informationen zu den mit Adipositas verbundenen Folgeerkrankungen sowie einen Test zum metabolischen Syndrom.