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Online-Coach Adipositas
Operationen zur Gewichtsreduktion

Langzeitfolgen der chirurgischen Adipositastherapie

Ein chirurgischer Eingriff wie die Magenbypass-Operation kann den Weg zu einer starken Reduktion des Körpergewichts ebnen. Die Operation bietet Menschen mit einem sehr hohen Ausgangs-BMI die Möglichkeit zu einem gesünderen Leben. 

Zu den wichtigsten Veränderungen und Herausforderungen nach einem adipositaschirurgischen Eingriff zählen:

  • Ernährungsumstellung kurz nach der Operation: Kurz nach der Operation beginnt die Nahrungsaufnahme mit flüssiger Kost. Anschließend erfolgt eine zügige, schrittweise Einführung fester Lebensmittel. Es wird eine eiweißreiche Ernährung mit wenig Kohlenhydraten empfohlen. Fett- und zuckerreiche Speisen sollten hingegen gemieden werden.
  • Angepasste Ernährungsgewohnheiten: Langsames Essen, gründliches Kauen und kleine Portionen sind, insbesondere zu Beginn, sehr wichtig. Zudem sollte anfangs keine gleichzeitige Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme erfolgen.
  • Lebenslange Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln: Die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen (zum Beispiel Vitamin B12, Vitamin D, Calcium, Eisen, Zink, Selen) ist lebenslang zwingend erforderlich, da nach der OP weniger Nährstoffe, Vitamine und Mineralien aus der Nahrung aufgenommen werden können. Regelmäßige ärztliche Kontrollen helfen dabei, mögliche Mängel frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Bewegung: Eine regelmäßige körperliche Aktivität mit einer Kombination aus Ausdauersport und besonders auch Krafttraining ist Voraussetzung, um Muskelabbau vorzubeugen und den Grundumsatz zu erhalten.
  • Hautüberschüsse: Sie können die Folge eines starken Gewichtsverlusts sein. Dadurch steigt das Risiko für Hautreizungen und Infektionen, was eine sorgfältige Hautpflege und in manchen Fällen auch eine medizinisch indizierte Hautstraffung erforderlich machen kann.
  • Psyche: Häufig kommt es im Langzeitverlauf zu einer Verbesserung der seelischen Gesundheit, jedoch kann es unter Umständen anfangs zu Anpassungsschwierigkeiten kommen.
  • Verhütung: Nach der Operation ist es wichtig, das Thema Verhütung bewusst neu zu betrachten. Durch die Gewichtsreduktion kann sich die Fruchtbarkeit erhöhen, insbesondere bei Frauen mit einem polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS). Zudem sind orale Antikonzeptiva, also hormonelle Verhütungsmittel wie die „Pille“, nach der Operation häufig nicht mehr zuverlässig wirksam. Die Veränderungen im Magen-Darm-Trakt können dazu führen, dass die zugeführten Hormone nicht ausreichend aufgenommen werden. Sprechen Sie daher frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über geeignete und sichere Verhütungsalternativen, die zu Ihrer neuen Lebenssituation passen. Die ersten 12 Monate stellen in der Regel die Phase der starken Gewichtsreduktion dar. In dieser Zeit sollte eine Schwangerschaft vermieden werden, um die Gesundheit der Mutter und das Wachstum des Kindes nicht zu gefährden. 

Der langfristige Erfolg einer Operation hängt nicht allein vom chirurgischen Ergebnis ab. Vor allem Ihre Motivation und Ihre Bereitschaft, Ihr Leben Schritt für Schritt zu verändern, sind ausschlaggebend. Mit der Entscheidung für eine Operation übernehmen Sie eine lebenslange Verantwortung für Ihren Körper und Ihren veränderten Stoffwechsel. Das erfordert Aufmerksamkeit, Übung und die Bereitschaft, Unterstützung anzunehmen.

Eine Operation ist kein schneller Ausweg, sondern der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Sie entwickeln neue Gewohnheiten, eröffnen sich Chancen auf mehr Beweglichkeit und Teilhabe und stärken Ihr Bewusstsein für Ihre Gesundheit.

Zum Ende dieses Moduls finden Sie hier einen weiteren Wissenstest.

Was ist das Hauptziel einer adipositaschirurgischen Operation?