Krebserkrankungen
Nach Schätzungen von Expertinnen und Experten wären rund 40 % aller Krebserkrankungen durch eine gesunde Lebensweise vermeidbar. Rauchen, Alkohol oder Bewegungsmangel sind nur einige Faktoren für die Entstehung von Krebs. Und auch starkes Übergewicht kann das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen erhöhen. Das gilt vor allem für:
- Schilddrüsenkrebs
- Speiseröhrenkrebs
- Brustkrebs
- Magenkrebs
- Leberkrebs
- Gallenblasenkrebs
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Nierenzellkrebs
- Darmkrebs
- Gebärmutterschleimhautkrebs
- Eierstockkrebs
- Multiples Myelom
Bei Darmkrebs hat sich gezeigt: Je größer die Menge an viszeralem Fett, das die inneren Organe umhüllt, desto häufiger treten Vorstufen von Darmkrebs auf.
Warum erhöht starkes Übergewicht das Krebsrisiko?
Es gibt mehrere Erklärungsansätze, warum Übergewicht zu Krebs führen kann.
1. Chronische Entzündungen im Körper
Das Fettgewebe ist hormonell sehr aktiv. Vor allem das Bauchfett produziert unter anderem entzündungsfördernde Botenstoffe. Je mehr Fett vorhanden ist, desto höher sind die Entzündungswerte. Diese chronisch erhöhte Entzündungsaktivität steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
2. Östrogen aus dem Gleichgewicht
Fettzellen bilden unter anderem das Sexualhormon Östrogen. Je mehr Körperfett vorhanden ist, desto mehr Östrogen wird produziert. Ein dauerhaft erhöhter Östrogenspiegel fördert die Entstehung hormonabhängiger Tumoren wie Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs.
3. Zu viel Insulin im Blut
Das Hormon Insulin ist wichtig für die Blutzuckerregulation. Es schleust den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen. Bei Übergewicht kann es zu einer Insulinresistenz kommen. Das bedeutet, die Zellen reagieren nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin und können den Zucker nicht mehr vollständig „hereinlassen“. Der Blutzucker steigt, in der Folge wird noch mehr Insulin ausgeschüttet. Doch Insulin regt auch die Zellteilung und damit das Wachstum von Zellen an. Davon können Tumorzellen profitieren, denn sie besitzen Insulinrezeptoren und werden durch das vermehrte Insulin ebenfalls zum Wachstum angeregt.
4. Abwehrsystem geschwächt
Adipositas verändert die Balance zwischen den in Fettzellen gebildeten Hormonen Leptin und Adiponektin, die an Zellwachstum und Reparaturmechanismen beteiligt sind. Wird diese Balance gestört, können körpereigene Kontrollsysteme entartete Zellen schlechter erkennen und beseitigen, wodurch das Krebsrisiko steigt.
Rückfallrisiko erhöht
Nicht nur bei der erstmaligen Entstehung von Krebs sind Übergewicht und Adipositas Risikofaktoren. Auch das Rückfallrisiko nach einer überstandenen Krebserkrankung ist erhöht.
Wenn Sie starkes Übergewicht vermeiden, senken Sie also auch gleichzeitig Ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, und verbessern im Falle einer Krebserkrankung Ihre Prognose.
Eine Krebstherapie ist sehr individuell zugeschnitten. Bei hormonabhängigen Tumoren (zum Beispiel bei Brustkrebs, Eierstockkrebs und Prostatakrebs) kann eine Antihormontherapie zu einer Gewichtszunahme führen (ähnlich wie in den Wechseljahren). Auch weitere Medikamente wie Kortison können das Gewicht beeinflussen. Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können dabei helfen, das Körpergewicht zu halten. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen zu hungern oder weniger Nahrung zu sich zu nehmen, um so an Gewicht zu verlieren. Ihr Körper benötigt während einer Krebserkrankung alle Energie und Nährstoffe, die er bekommen kann.
In dem folgenden Test können Sie erneut Ihr Wissen unter Beweis stellen.