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Online-Coach Adipositas
Körperliche Begleit- und Folgeerkrankungen

Diabetes mellitus Typ 2

Menschen, die an Adipositas leiden, haben ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, Frauen zudem an Schwangerschaftsdiabetes. Denn Übergewicht, eine unausgewogene Ernährung und wenig Bewegung sind, neben einer erblichen Veranlagung, die größten Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes. Wie im Modul Adipositas – eine Einführung beschrieben, ist Bauchfett, das so genannte viszerale Fettgewebe, hormonell sehr aktiv und schüttet anhaltend Entzündungsbotenstoffe aus. Diese stören die Wirkung des Hormons Insulin, das den Blutzucker reguliert. Die Körperzellen reagieren daraufhin zunehmend unempfindlicher auf Insulin, was als Insulinresistenz bezeichnet wird. Die Funktionsweise des Insulins kann man sich wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip vorstellen: Insulin ist der Schlüssel, der normalerweise das „Schloss“ der Körperzellen öffnet, damit Zucker hineingelangen und als Energiequelle dienen kann. Bei einer so genannten „Insulinresistenz“, ist die Zelle jedoch unempfindlich, sodass dieser „Schlüssel“ nicht mehr richtig ins „Schloss“ der Zellen passt. In der Folge bleibt der Zucker im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt weiter an. Gleichzeitig fehlt den Zellen die Energie, was zu Müdigkeit und nachlassender Leistungsfähigkeit führen kann. Um den Blutzuckerspiegel zu senken, produziert die Bauchspeicheldrüse daraufhin noch mehr Insulin. Langfristig ist sie damit jedoch überfordert, sodass der Blutzuckerspiegel dauerhaft ansteigt und ein Diabetes mellitus Typ 2 entsteht.

Aber was ist Diabetes mellitus überhaupt?

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, deren Hauptmerkmal ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel ist. Aus diesem Grund wird Diabetes mellitus auch als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet. 

Diabetes mellitus = honigsüßer Durchfluss 

Der Begriff Diabetes mellitus stammt aus dem Griechischen:

  • Diabetes“ bedeutet „Durchfluss“: Starker Durst, gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme und vermehrtes Wasserlassen sind typische Symptome bei Diabetes.
  • Mellitus“ heißt „honigsüß“: Der Urin von Betroffenen schmeckt tatsächlich süß – dies wurde bei einer historischen Diagnosemethode herausgefunden.

Diabetes-Typen mit Bezug zu Adipositas

Die häufigste Diabetesform ist der Diabetes mellitus Typ 2, der früher auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet wurde. Er trifft zwar Personen mit erblicher Vorbelastung häufiger als Menschen ohne diese genetische Konstellation, aber der Lebensstil gibt den Ausschlag, ob das genetische Risiko zu einem Diabetes führt oder nicht. Aus diesem Grunde haben Menschen mit Adipositas oder einem metabolischen Syndrom häufiger einen Typ-2-Diabetes als Menschen ohne diese Erkrankungen. Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt sich schleichend, oft über Jahre hinweg. Der Körper reagiert dann nicht mehr ausreichend auf das Insulin, sodass es zu einer so genannten Insulinresistenz kommt. Dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel dauerhaft zu hoch. Hohe Blutzuckerkonzentrationen über einen langen Zeitraum führen schließlich zu Folgeschäden. Diese betreffen viele Bereiche des Körpers, insbesondere große und kleine Blutgefäße sowie die Nerven und zeigen sich als Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenschäden, Sehstörungen oder Nervenschädigungen (Neuropathien).

Eine weitere Diabetesform ist der so genannte „Schwangerschaftsdiabetes“, der auch als Gestationsdiabetes bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine Störung des Blutzuckerstoffwechsels, die während der Schwangerschaft auftritt und in der Regel einige Zeit nach der Geburt wieder verschwindet. Ein erhöhtes Risiko haben schwangere Frauen mit Übergewicht und/oder höherem Alter oder mit an Diabetes erkrankten nahen Angehörigen. Beim Gestationsdiabetes steigt der Glukosespiegel im Blut über bestimmte Grenzwerte, die der Frau und dem Ungeborenen schaden können. Zwar endet der Gestationsdiabetes meist bald nach der Entbindung, doch es bleibt das Risiko, im Verlauf des weiteren Lebens dauerhaft an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Zusätzlich erhöht sich das Risiko für die Kinder, später einmal übergewichtig oder adipös zu werden. Schwangere mit Gestationsdiabetes sollten daher nach der Geburt regelmäßig auf Diabetes mellitus Typ 2 untersucht werden. Zusätzlich erhöht es das Risiko der Kinder später einmal übergewichtig oder adipös zu werden. Frauen, die an einem Gestationsdiabetes erkrankt waren, sollten daher nach der Schwangerschaft in regelmäßigen Abständen auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus Typ 2 untersucht werden.

Welche Beschwerden kann ein Diabetes mellitus Typ 2 hervorrufen?

Die Symptome des Diabetes mellitus Typ 2 sind in der Regel nicht eindeutig, wenn die Werte nur leicht oder mäßig erhöht sind. Daher wird der Typ-2-Diabetes häufig als Zufallsbefund bei einer ärztlichen Gesundheitsuntersuchung diagnostiziert. Bei höheren Blutzuckerwerten kann sich der Diabetes durch verstärkten Durst und häufiges Wasserlassen bemerkbar machen. Die meisten körperlichen Anzeichen sind unspezifisch und werden häufig anderen Ursachen zugeordnet. Mögliche Symptome, die auf einen Typ-2-Diabetes hinweisen können, sind:

  • Starker Durst
  • Starker Harndrang, häufiges Wasserlassen
  • Müdigkeit und schnelle Erschöpfung
  • Trockene, juckende Haut
  • Schlechtere Heilung, auch kleiner Wunden
  • Infektneigung
  • Verschlechtertes Sehen 

Diese Beschwerden treten jedoch nicht bei allen Menschen mit Typ-2-Diabetes auf. Sind die Blutzuckerwerte nur mäßig erhöht, sind auch die Beschwerden kaum wahrnehmbar. Das ist tückisch, denn dadurch wird die Krankheit häufig erst spät entdeckt. Zudem wird sie oft unterschätzt, nach dem Motto: „Was ich nicht spüre, schadet mir nicht – also muss ich nichts tun.“ Das kann fatale Folgen haben.

Gerade deshalb sind gezielte Untersuchungen wichtig, um Diabetes frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören der Check des Nüchtern-Blutzuckerwertes, der Zuckerbelastungstest und die Kontrolle des Langzeit-Blutzuckerwertes. 

Diabetes mellitus Typ 2 mit einem gesunden Lebensstil behandeln

Die Lebensstilempfehlungen, die Sie bereits in den vorherigen Modulen kennen gelernt haben, spielen auch bei der Therapie von Diabetes mellitus Typ 2 eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig sind eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung. Beide Maßnahmen senken den Blutzuckerspiegel und unterstützen darüber hinaus die Gewichtsreduktion, die ebenfalls ein zentraler Baustein der Diabetestherapie ist. Um das Bild vom Schlüssel-Schloss-Prinzip noch einmal aufzugreifen: Bewegung und eine gesunde Ernährung helfen dabei, dass Insulin – der „Schlüssel“ – besser wirken kann und mehr Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird.

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Wenn Sie weitere Informationen zu Diabetes mellitus Typ 2 benötigen, schauen Sie gerne in den Online-Coach Diabetes der AOK. Auch das Behandlungsprogramm AOK-Curaplan Diabetes, ein so genanntes Disease-Management-Programm (abgekürzt: DMP), kann Sie im Rahmen einer Diabetestherapie gut unterstützen.

An dieser Stelle finden Sie einen weiteren Wissenstest. 

Warum gilt Adipositas als wichtiger Risikofaktor für Typ-2-Diabetes?