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Online-Coach Adipositas
Körperliche Begleit- und Folgeerkrankungen

Bluthochdruck

Adipositas gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Bluthochdruck. Mit zunehmendem Körpergewicht muss das Herz stärker pumpen, um alle Organe ausreichend zu versorgen, da die Muskeln und Organe mehr Energie und Sauerstoff benötigen. Wenn sich aufgrund eines Diabetes und/oder einer Fettstoffwechselstörung Gefäßablagerungen bilden, eine so genannte Arteriosklerose, erhöht sich der Widerstand in den Arterien und der Blutdruck steigt dauerhaft an. Zudem werden besonders im viszeralen Fettgewebe entzündungsfördernde Botenstoffe ausgeschüttet. Diese begünstigen eine Arteriosklerose, bei der die arteriellen Blutgefäße geschädigt werden. In der Folge steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und es kommt dann beispielsweise gehäuft zu Erkrankungen an den Herzkranzgefäßen und zu Durchblutungsstörungen in den Beinen.

Was ist Bluthochdruck und welche Formen gibt es?

Bluthochdruck ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Er entsteht, wenn der Druck des Blutes in den Schlagadern (Arterien) dauerhaft zu hoch ist. Dadurch muss das Herz ständig gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. Das schädigt auf Dauer die Arterien in lebenswichtigen Organen wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen.

Zur Beurteilung des Blutdrucks werden zwei Werte betrachtet: der systolische und der diastolische Blutdruckwert. Bei der Bestimmung des systolischen Wertes wird der Druck den Arterien gemessen, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, während der diastolische Blutdruckwert bestimmt wird, wenn der Herzmuskel erschlafft. 

Ein Bluthochdruck liegt vor, wenn mindestens einer der Werte 140/90 mmHg oder mehr beträgt. An erster Stelle steht dabei der systolische Wert. Der diastolische Wert wird als zweites genannt. 

Man unterscheidet drei Formen von Bluthochdruck-Erkrankungen:

  1. Isolierte systolische Hypertonie: Nur der systolische Blutdruck ist erhöht. Sie ist die häufigste Form des Bluthochdrucks und tritt insbesondere bei älteren Personen auf.
  2. Isolierte diastolische Hypertonie: Nur der diastolische Blutdruck ist erhöht. Sie tritt insbesondere bei jüngeren Personen auf.
  3. Systolische/diastolische Hypertonie: Systolischer und diastolischer Blutdruck sind erhöht.

Ein vorübergehend erhöhter Blutdruck ist nicht automatisch etwas Krankhaftes. Gründe für einen Anstieg des Blutdrucks, auch bei Gesunden, sind beispielsweise körperliche Aktivität und psychische Belastung (Stress). Zudem unterliegt der Blutdruck immer auch tageszeitlichen Schwankungen. Bei Bluthochdruck jedoch ist der Blutdruck dauerhaft erhöht, auch ohne Anstrengung und sogar nachts und in Ruhepausen.

Die häufigsten Ursachen für Bluthochdruck – auch „arterielle Hypertonie“ genannt - sind:

  • Dauerstress ohne ausreichende Erholungsphasen
  • Chronischer Bewegungsmangel
  • Chronischer Schlafmangel
  • Zu viel Salz in der Ernährung
  • Zu viel Bauchfett
  • Genetische Veranlagung für Bluthochdruck

Meist liegen mehrere dieser Risikofaktoren gleichzeitig vor.

Oft bleibt Bluthochdruck lange Zeit unbemerkt, da er zunächst keine Beschwerden verursacht. Deshalb wird er auch als „stiller Killer“ bezeichnet. Gelegentlich können aber unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne, übermäßiges Schwitzen oder gerötete Gesichtshaut auftreten. Viele Betroffene erfahren erst bei einer Routineuntersuchung, dass ihre Werte erhöht sind. Eine unbehandelte Hypertonie kann gefährliche Folgen haben. Sie erhöht nicht nur das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, sondern kann auch zu ernsten Nieren- oder Augenschädigungen führen. 

In den meisten Fällen lässt sich ein erhöhter Blutdruck auf ein gesundes Niveau senken. Die wichtigste Grundlage dafür ist auch hier ein gesunder Lebensstil. Eine Gewichtsreduktion ist besonders wirksam, vor allem bei Adipositas. Bereits wenige verlorene Kilos können den Blutdruck spürbar senken, nämlich im Durchschnitt um etwa 1 mmHg pro 1 kg Gewichtsverlust. Ein zentraler Baustein in der Therapie des Bluthochdrucks ist regelmäßige Bewegung. Ideal sind 5 Tage pro Woche mit jeweils mindestens 30 Minuten moderater Aktivität, zum Beispiel zügigem Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Auch eine salzarme und ausgewogene Ernährung trägt maßgeblich zur Senkung des Blutdrucks bei. Setzen Sie auf reichlich Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und hochwertige Fette und reduzieren Sie stark verarbeitete Lebensmittel, die oft viel Salz enthalten. Ebenso wichtig ist es, auf Rauchen und Alkohol zu verzichten, da beides den Blutdruck erhöht. Auch Stressreduktion spielt eine große Rolle. Methoden wie Yoga, Atemübungen oder kurze Entspannungspausen im Alltag helfen, den Blutdruck langfristig zu senken. Wenn diese Lebensstilmaßnahmen allein nicht ausreichen, wird Ihnen die Ärztin oder der Arzt blutdrucksenkende Medikamente verordnen. 

Mehr über das Krankheitsbild „Bluthochdruck“ erfahren Sie im Online-Coach Bluthochdruck der AOK.