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Online-Coach Adipositas
Psychische Begleit- und Folgeerkrankungen

Binge Eating

„Binge Eating“ ist die englische Bezeichnung für „Essanfälle“. Eine Binge-Eating-Störung ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:

Kernsymptome

  • Häufige Heißhungeranfälle, bei denen große Mengen an Lebensmitteln in kurzer Zeit verzehrt werden. Typischerweise mindestens einmal wöchentlich und über mehrere Monate. Die Nahrungsmittel sind meist ohne Zubereitung schnell konsumierbar und haben viele Kalorien. 
  • Gefühl des Kontrollverlusts: Die Betroffenen haben während der Essanfälle das Gefühl, die Nahrungsaufnahme nicht stoppen zu können und auch die Art und Menge der Speisen nicht kontrollieren zu können. 
  • Keine Kompensationsmechanismen

Begleitsymptome (mindestens 3 von 5 müssen zutreffen)

  • Es wird wesentlich schneller gegessen als sonst.
  • Es werden große Mengen gegessen, auch wenn kein Hungergefühl besteht.
  • Es wird gegessen, bis ein unangenehmes Völlegefühl auftritt.
  • Die Essanfälle verursachen Scham, deswegen wird allein und heimlich gegessen. Häufig werden die Essanfälle im Voraus geplant und können sich über mehrere Stunden hinziehen. 
  • Nach dem Essen kommt es zu Gefühlen von Deprimiertheit, Ekel, Scham vor sich selbst und Schuld.

Spezifisch für die Diagnose der Binge-Eating-Störung ist, dass keine kompensatorischen Maßnahmen ergriffen werden. Das heißt, die Betroffenen erbrechen sich nicht nach dem Essen, nutzen weder Abführmittel noch Entwässerungsmittel oder andere Medikamente und treiben keinen übermäßigen Sport. 

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn kommen solche Maßnahmen zum Einsatz, spricht man von Bulimie (Ess-Brech-Sucht). Diese führt typischerweise nicht zu Übergewicht.

Der Leidensdruck beim Binge Eating ist groß. Neben körperlichen Folgen durch das Übergewicht (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes) kommt es auch zu seelischen Problemen wie Depression, Selbsthass, Antriebslosigkeit oder Realitätsflucht (Tagträumen). Zudem werden Alkoholmissbrauch, Angstzustände und Zwangshandlungen wie zwanghaftes Putzen oder Waschen gehäuft beobachtet. 

Hilfe finden

Wenn Sie sich in der obigen Beschreibung wiedererkennen oder bereits wissen, dass Sie unter einer Binge-Eating-Störung leiden, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Binge Eating ist eine Krankheit und kann behandelt werden. Eine Psychotherapie ist oft die einzige langfristig wirksame Maßnahme.

Hier finden Sie Hilfe:

  • Beratungsstelle für Essstörungen
  • Auf Essstörungen spezialisierte Praxis für Psychologische oder Ärztliche Psychotherapie 
  • Selbsthilfegruppe
  • Auf Essstörungen spezialisierte Klinik. 
    Tipp: Nutzen Sie die AOK-Krankenhaussuche unter: www.aok.de/pk/krankenhaus-in-der-naehe/ 

Fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis nach Angeboten in Ihrer Nähe. Auch Ihre AOK – Die Gesundheitskasse kann Ihnen weiterhelfen.