Chancen und Risiken einer adipositaschirurgischen Operation
Eine adipositaschirurgische Operation verändert nicht nur den Magen, sondern in vielen Fällen auch den Stoffwechsel. Das bedeutet einerseits eine Verbesserung der Gesundheit, kann aber auch vielfältige Auswirkungen auf das Stoffwechselgeschehen haben.
Zu den positiven Effekten zählen unter anderem:
- Die Produktion des Hormons GLP-1 steigt. Dieses Hormon, das Sie bereits im Rahmen der medikamentösen Adipositastherapie kennen gelernt haben, senkt den Blutzuckerspiegel.
- Gleichzeitig sinkt die Ausschüttung des Hungerhormons Ghrelin und damit reduziert sich das Hungergefühl.
- Der Anstieg bestimmter Gallensäuren verbessert die Fettverdauung und -aufnahme.
Diese Veränderungen im Körper führen zu einer deutlichen Gewichtsreduktion, die häufig 20 bis 30 % des Ausgangsgewichts umfasst. Dadurch können bereits bestehende Folge- und Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck, die Sie im Modul „Begleit- und Folgeerkrankungen“ genauer kennen lernen werden, positiv beeinflusst werden. Lebensqualität, Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit nehmen durch das geringere Körpergewicht deutlich zu.
Es gibt jedoch auch negative Effekte und Risikofaktoren der Operation. Die Adipositaschirurgie birgt wie jede Operation auch Risiken, beispielsweise Blutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Komplikationen durch die Narkose. Darüber hinaus gibt es aber auch spezifische Operationskomplikationen, die teilweise auch erst Wochen später auftreten können. Dazu gehören:
- Bei Magenverkleinerung: Sodbrennen und Erbrechen
- Bei Magenbypass: Geschwüre an der Nahtstelle, Brüche an der Darmwand (innere Hernien) sowie das Dumping-Syndrom
Bei einem Magenbypass gelangen große Mengen unverdauter Nahrung schnell in den Dünndarm. Der Körper reagiert darauf, indem er den Nahrungsbrei verdünnt und dafür Wasser aus dem Blutkreislauf in den Dünndarm zieht. Dadurch kann der Blutdruck vorübergehend abfallen. Mögliche Folgen sind Benommenheit, Übelkeit, Bauchschmerzen und Schwitzen. Diese Reaktion wird als Frühdumping bezeichnet und kann innerhalb von etwa 30 Minuten nach dem Essen auftreten.
Seltener kommt es zu einem Spätdumping Dabei schüttet der Körper als Reaktion auf den schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels zu viel Insulin aus. In der Folge kann der Blutzucker zu stark absinken, was sich durch Schwindel, Schwäche oder Schwitzen bemerkbar macht. Wenn diese Beschwerden auftreten, dann meist 1 bis 3 Stunden nach der Mahlzeit.