Depression
Adipositas und Depression sind eng miteinander verbunden und können sich gegenseitig bedingen und verstärken.
Depression als Folge der Adipositas
Wer stark übergewichtig ist, hat im Alltag oft mit Vorurteilen zu kämpfen. Übergewichtige Personen werden häufig sozial ausgegrenzt, stigmatisiert und sind Spott ausgesetzt. Sie müssen sich anhören, dass sie „willensschwach“ oder einfach zu „faul“ seien. Unabhängig davon kommt häufig eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Körperbild hinzu. Das alles macht sich seelisch bemerkbar. Negative Gedanken und Gefühle nehmen zu, sozialer Rückzug und Resignation können in eine Depression führen.
Wie Depression zu Übergewicht führen kann
Diese verschiedenen Symptome einer Depression begünstigen Übergewicht
Menschen mit einer Depression können sich nur schwer zu etwas aufraffen. Selbst die Erledigung alltäglicher Dinge wie Einkaufen, Aufräumen oder Arbeiten fällt sehr schwer. An Sport oder Bewegung ist schon gar nicht zu denken.
Bei einer Depression ist oft der Appetit verändert. Manche Menschen mit Depression neigen eher zu Appetitmangel und Gewichtsverlust, während andere vermehrt nach hochkalorischen, süßen Speisen greifen, um ihre trüben Gedanken und Gefühle zu bekämpfen (siehe hierzu auch das Modul „Wie Gefühle das Gewicht beeinflussen“).
Menschen mit Depression leiden oft unter Ein- und Durchschlafstörungen. Häufig wachen sie in den frühen Morgenstunden auf und können nicht mehr einschlafen. Dauerhaft schlechter Schlaf wiederum kann zu Übergewicht und Bluthochdruck beitragen.
Bei depressiven wie auch bei adipösen Menschen wird eine erhöhte Menge des Stresshormons Cortisol freigesetzt. Cortisol hat eine appetitanregende Wirkung.
Auch einige Antidepressiva beeinflussen das Körpergewicht. Wenn Sie unter der Behandlung mit Antidepressiva oder anderen Psychopharmaka eine Gewichtszunahme bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob der Wechsel auf ein anderes Medikament möglich und sinnvoll ist.
Behandlung
Eine Depression ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Die wichtigsten Säulen der Behandlung sind die Psychotherapie und ggf. auch die Behandlung mit Medikamenten (Antidepressiva). Hinzu kommen je nach Schweregrad weitere therapeutische Angebote, die zur Verbesserung der Symptomatik, der Lebensqualität sowie der Alltagsbewältigung beitragen.
Darüber hinaus sind Selbsthilfegruppen eine gute Anlaufstelle. Hier finden Sie Unterstützung durch Menschen, die Sie verstehen und wissen, was Sie bewegt.
Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und darüber, welche für Sie am besten geeignet sind.
Die Diagnose „Depression“ begleitet Claudia seit mehreren Jahren. In dem folgenden Film sehen Sie, welche Auswirkungen diese Erkrankung auf ihren Alltag hatte und wie wichtig es für sie war, die richtige Unterstützung zu finden.
Vertiefungsthemen
Einen Selbsttest, mit dem Sie eine mögliche depressive Erkrankung erkennen können, finden Sie auch auf den Seiten der Stiftung Deutsche Depressionshilfe:
https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/selbsttest-offline
Hinweis: Bitte denken Sie daran, dass mit Selbsttests keine Diagnose gestellt werden kann. Hierfür ist ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt beziehungsweise einer Psychologin oder einem Psychologen notwendig. Die Tests können lediglich Hinweise auf das Vorliegen depressiver Symptome geben. Wenn Sie vermuten, dass bei Ihnen eine Depression vorliegen könnte, sollten Sie dies unbedingt ärztlich abklären lassen. Ihre hausärztliche Praxis kann dafür ein guter erster Kontakt sein. Hier kann eine Depression diagnostiziert und behandelt werden. Ihr Praxisteam kann Sie auch bezüglich weiterer fachärztlicher und psychologischer Unterstützung beraten.