Wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt
Übergewicht und Adipositas können die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern erheblich beeinträchtigen. Das liegt daran, dass überschüssiges Körperfett, vor allem Bauchfett, den Hormonhaushalt beeinflusst und somit unter anderem den Eisprung und die Spermienqualität beeinträchtigen kann. Bei Frauen wären in diesem Falle Zyklusstörungen und ein unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung die Folge. Auf der folgenden Vertiefungsseite erhalten Sie weiterführende Informationen zum Zusammenhang zwischen Adipositas und Infertilität.
Als Unfruchtbarkeit (medizinisch: Infertilität) bezeichnet man das Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten.
Sowohl bei Männern als auch bei Frauen kommen dafür verschiedene Ursachen in Frage:
- Hormonelle Störungen
- Lebensstilfaktoren und Stress
- Erkrankungen oder anatomische Veränderungen der Fortpflanzungsorgane
- Stoffwechselerkrankungen
Viele Frauen mit Adipositas leiden an einem so genannten Polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS). Das Polyzystische Ovar-Syndrom ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Typisch hierfür sind ein unregelmäßiger oder ausbleibender Zyklus, erhöhte Werte männlicher Hormone (Androgene) sowie zahlreiche kleine Eibläschen an den Eierstöcken. PCOS kann zu Beschwerden wie Akne, verstärktem Haarwuchs, Gewichtszunahme oder unerfülltem Kinderwunsch führen. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen oft genetische Faktoren und eine Insulinresistenz eine Rolle. Eine frühzeitige Diagnose sowie Lebensstilmaßnahmen wie eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein erfolgreiches Gewichtsmanagement können helfen, die Symptome zu lindern und das Risiko langfristiger gesundheitlicher Folgen zu reduzieren sowie ggf. die Fertilität wieder herzustellen.
Für alle Frauen mit Adipositas gilt: Auch bei einer bestehenden Schwangerschaft ist das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes und
-bluthochdruck erhöht. In diesem Zusammenhang ist die so genannte Präeklampsie zu nennen, die früher auch als EPH-Gestose bezeichnet wurde. Dabei handelt es sich um eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung, die durch Ödeme (E), Protein im Urin (P) und Hypertonie (H), also Bluthochdruck, gekennzeichnet ist. Eine Präeklampsie kann sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind gefährlich werden. Adipositas erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Präeklampsie. Daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und eine gute medizinische Betreuung während der Schwangerschaft besonders wichtig. Zudem steigt bei mütterlicher Adipositas das Risiko für Geburtskomplikationen und die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts. Für Frauen mit Adipositas gelten daher individuelle Empfehlungen hinsichtlich der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.
Auch bei Männern kann Übergewicht die Fruchtbarkeit mindern. Ein erhöhter Fettanteil im Körper führt zu niedrigeren Testosteronspiegeln sowie einer reduzierten Spermienanzahl und -qualität. Darüber hinaus wirkt sich die erhöhte Temperatur im Hodenbereich durch die zusätzlichen Fettpolster negativ auf die Spermienproduktion aus.
Auch bei diesem Thema gibt es eine gute Nachricht: Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann die Fruchtbarkeit bei Frauen wie auch bei Männern verbessern.
Haben Sie es bereits geahnt? Richtig! Ein gesunder Lebensstil hilft auch hier und verbessert die Chancen, dass sich Ihr Kinderwunsch erfüllt.