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Online-Coach Adipositas
Weitere Messmethoden

Bauchumfang und Taille-Hüft-Quotient

Neben dem BMI werden häufig auch Körperumfänge, insbesondere der Bauchumfang, gemessen. Diese liefern ergänzende Informationen zur Verteilung der Fettmasse im Körper und bestimmen den Fettverteilungstyp. Dieser wird im Kapitel „Fettverteilungsmuster und der Einfluss auf das Gesundheitsrisiko genauer erläutert.

Bei der Messung des Bauchumfangs gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Messen Sie am besten im nüchternen Zustand, beispielsweise morgens vor dem Frühstück.
  • Gemessen wird mit freiem Oberkörper im Stehen.
  • Messen Sie den Bauchumfang auf halber Strecke zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Beckenkamm.
  • Das Maßband sollte möglichst eng und in gerader Linie um Ihren Körper herumführen, ohne die Haut einzudrücken.
  • Atmen Sie vor der Messung normal aus, entspannen Sie den Bauch und lesen Sie Ihren Bauchumfang am Maßband ab. 
  • Um Messfehler zu minimieren, empfiehlt es sich, die Messung mindestens zweimal durchzuführen und den Mittelwert zu verwenden.

Die folgenden Risikoeinschätzungen lassen sich dem jeweils ermittelten Bauchumfang zuordnen:

Gesundheitliches RisikoBauchumfang: FrauenBauchumfang: Männer
mäßig erhöht> 80 cm> 94 cm
stark erhöht> 88 cm> 102 cm

Durch die zusätzliche Messung des Hüftumfangs kann aus dem Bauch- bzw. Taillenumfang auch der sogenannte „Taille-Hüft-Quotient“ (Waist-to-Hip-Ratio, WHR) errechnet werden. Dazu wird der Hüftumfang, also der größte Umfang über dem Gesäß ermittelt. Der WHR lässt sich anschließend wie folgt berechnen:

Der Grenzwert für den WHR liegt bei Frauen bei > 0,85 und bei Männern bei > 0,9. Ein hoher WHR deutet auf eine ungünstige Fettverteilung mit einem hohen Anteil an Bauchfett hin. Dies ist mit einem erhöhten Risiko für Folge- und Begleiterkrankungen verbunden, die im Modul „Begleit- und Folgeerkrankungen“ genauer erläutert werden.

Wollen Sie einmal Ihre Waist-to-Hip-Ratio berechnen? Hier haben Sie die Möglichkeit dazu: 

WHR-Rechner
in cm
in cm

Berechneter WHR

Ihr WHR liegt bei .

Es gibt noch weitere Methoden, um die Körperzusammensetzung genauer zu erfassen. Eine Möglichkeit ist die sogenannte „Bioelektrische Impedanzanalyse“. Bei diesem Verfahren werden detaillierte Einblicke in die Anteile von Fett, Muskeln und Körperwasser ermöglicht.

Bei dieser Analyse werden schwache Stromimpulse durch den Körper geleitet, die für den Menschen nicht spürbar sind. Anhand dieser Impulse wird die Körperzusammensetzung (zum Beispiel der Anteil an Fett- und Muskelmasse sowie Wasser) ermittelt. Diese Messung wird jedoch nicht standardmäßig im Rahmen der Adipositasdiagnostik oder -therapie durchgeführt. Besonders aussagekräftig ist die BIA, wenn sie regelmäßig wiederholt wird. So lassen sich Entwicklungen im Verlauf gut erkennen. Eine einzelne Messung ist dagegen nur begrenzt zuverlässig. Einige Smartwatches und Körperwaagen zeigen inzwischen ebenfalls Werte zur Körperzusammensetzung an. Da diese Geräte jedoch nicht an mehreren Körperstellen messen, sind die Ergebnisse meist ungenau und liefern nur eine grobe Orientierung.