Aussagekraft des BMI
Der BMI ist ein guter Standard, um Menschen in wissenschaftlichen Studien nach dem Risikofaktor Übergewicht zu gruppieren. Er ist einfach zu ermitteln, denn hierfür werden lediglich eine Waage und eine Messlatte benötigt. Da der BMI jedoch nur von Körpergröße und -gewicht abhängt und andere wichtige Faktoren wie Geschlecht, Alter, Körperbau sowie Lebensstilfaktoren, beispielsweise körperliche Aktivität, nicht berücksichtigt, ist er hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gesundheit nur begrenzt aussagekräftig.
Trotz der weiten Verbreitung hat die Klassifikation des Körpergewichts mittels BMI folgende Schwachstellen:
Bestimmte Leistungssportlerinnen und Leistungssportler, insbesondere Bodybuilderinnen und Bodybuilder, haben aufgrund ihrer hohen Muskelmasse ein höheres Körpergewicht und werden über eine BMI-Berechnung als „übergewichtig“ klassifiziert.
Wasseransammlungen im Gewebe, die medizinisch als „Ödeme“ bezeichnet werden, können zu einem höheren Körpergewicht und somit auch zu einem höheren BMI führen. Beispiele hierfür sind das Lymphödem, bei dem sich aufgrund einer Störung im Lymphabfluss Flüssigkeit im Gewebe ansammelt, und das Lipödem, eine chronische Fettverteilungsstörung, die häufig mit schmerzhaften Schwellungen einhergeht.
Daher kann auch bei einem erhöhten BMI eine Mangelernährung und somit ein schlechter Versorgungszustand vorliegen. Es kann beispielsweise zu einer massiven Abnahme der fettfreien Masse, die auch als „Magermasse“ bezeichnet wird, kommen, zum Beispiel durch Muskel- oder Knochenschwund, während die Fettmasse zunimmt.
Grundsätzlich gilt der BMI als Richtwert für den Gewichtsstatus. Da er jedoch nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterscheiden kann, sollten zur besseren Einordnung, ob ein gesundes oder ein ungesundes Körpergewicht vorliegt, weitere Faktoren berücksichtigt werden.
Hier haben wir zu diesem Thema wieder einen kleinen Wissenstest für Sie vorbereitet.